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„Ihr seid teuer erkauft; 
werdet nicht der Menschen Knechte."

1. Korinther 7,23

Mehr als tausend Jahre nach diesen Worten des Paulus wird einer geboren, den manche für einen Narren hielten. Einer, der eine große Freiheit im Herzen hatte und danach lebte.

 Giovanni die Pietro, den sie Franziskus nannten, erblickt 1182 im italienischen Assisi das Licht der Welt.
Seiner wohlhabenden, sicheren Karriere stehen alle Wege offen, denn er wird in ein reiches Elternhaus geboren. Sein Vater ist Textilhändler. Doch er verlässt den vorgezeichneten Weg.

Auf dem Marktplatz von Assisi, in der Öffentlichkeit, so wird erzählt, zieht er seine Kleider vor seinem Vater aus, gibt sie ihm und sagt: „Ich gebe dir alles zurück, was ich von dir habe. Nicht nur meine Kleider und meinen Besitz, sondern auch meinen Namen. Ab heute nenne ich dich nicht mehr Vater, sondern sage nur noch: Vater unser im Himmel."

Franziskus lebt ein Leben in Armut. Und die hängt mit seiner inneren Freiheit zusammen, mit seiner Unabhängigkeit von Menschen und Sachen.

Franz erkennt diese seine Freiheit, als sich ihm das Vorbild Jesu einbrennt. Und er findet Menschen, die seinen Lebensstil teilen. In einem „Leitfaden" für ihre Gemeinschaft zitiert er Worte des Evangeliums: Sorgt euch nicht ständig um Essen und Kleidung. Lasst euch ein auf ein Leben, in dem die Letzten die Ersten sind. Lasst euch ein auf das Reich Gottes.

Franz lässt die Ordnungen des Geldes los und verlässt die vorgegebenen Abläufe der Familie, der Gesellschaft. Er findet die Kraft, in seiner Seele frei zu werden; in seiner Seele wie im Vertrauen auf die Liebe Gottes zu uns und im Gefühl, Gott nahe zu sein; diesem Gott in den Gesichtern der Menschen, im Gesang der Welt. Dieses Gefühl führt ihn zu einer enthusiastischen, „verrückten" Freude.

Es heißt, zu den Brüdern um Franz sei eines Tages eine alte Frau gekommen und habe um Hilfe gebeten. Die Mönche hatten aber keine Wertgegenstände außer einem Neuen Testament in ihrer Kirche. Franz entscheidet: „Gebt ihr das Neue Testament, damit sie es verkaufen kann! Steht nicht in diesem Buch, dass wir den Armen zu Hilfe kommen sollen? Ich glaube, dass Gott mehr Freude haben wird, wenn wir das Buch verschenken, als wenn wir daraus lesen."

Die Freiheit des Franziskus ist nicht folgenlos geblieben.

Gebe uns Gott ein gutes Stück davon.        
H.-M. Kischkewitz , Pfarrer in Altentreptow von 1994 bis 2001