3. Der Turm und die Glocken
Lediglich der Turm hat heute nicht mehr seine ursprüngliche Form.
Wind und Wetter führten zweimal dazu, dass die Spitze beziehungsweise
der Helm heruntergeweht wurde oder der Blitz einschlug. Ursprünglich
war der Turm über 90 m hoch und hatte einen spitzen Helm in der Mitte
sowie vier kleine Türmchen auf den Ecken. Diese Gestalt und Höhe
passten wesentlich besser zu der in die Höhe strebenden gotischen
Bauweise. Im 18. Jahrhundert blies ein starker Wind den damals schon
nicht mehr originalen Helm herunter, so dass er auch das Dach beschädigte.
Über einige Jahre blieb der Turm offen, Wind und Regen setzten den
Glocken wie dem Glockengestühl ungehindert zu, bis im Jahre 1770 der
jetzige Helm aufgesetzt wurde. Heute hat der Turm eine Höhe von 65 m.
Von der oberen Aussichtsplattform hat man einen herrlichen Blick über
das Tollensetal. Die drei Glocken sind die Stimme der Kirche, ihr Ruf
hat im gesamten norddeutschen Raum einen einzigartigen Klang.
Die größte Glocke ist gleichzeitig die älteste: Sie stammt aus der
Werkstatt Rickert de Monkehagen; wurde im Jahre 1431 gegossen und hat
ein Gewicht von etwas mehr als 4 Tonnen. Die mittlere Glocke wiegt 2,5
Tonnen und wurde im Jahre 1455 ebenfalls von de Monkehagen gegossen.
Dass diese beiden wertvollen Glocken nicht dem Kriegswahn unseres
Jahrhunderts zum Opfer fielen, verdanken wir einzig und allein ihrer Größe.
Sie waren so ohne weiteres nicht vom Turm zu holen. Die kleine
sogenannte Tagesglocke ist ein Neuguss der ursprünglichen de
Monkehagen-Glocke; sie musste aufgrund eines Risses eingeschmolzen und
neu gegossen werden. Ihr Gewicht beträgt 816 kg.