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       ST.PETRI HISTORY
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1. In ecclesia trybethowe. Die Anfänge
2. Die Entstehung der St.Petri Kirche
3. Der Turm und die Glocken
4. Das 19. Jahrhundert und die Orgel
5. Der Altar und das Chorgestühl
6. In ecclesia trybethowe. Heute

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5. Der Altar und das Chorgestühl

Der spätgotische Schnitzaltar ist aus dem gesamten Inventar der Kirche das berühmteste Stück. Er wurde aus Holz gefertigt und besteht aus einem Mittelschrein und je zwei Seitenflügeln an jeder Seite. Der geöffnete Schrein war ursprünglich nach dem liturgischen Gebrauch im Kirchenjahr nur an den hohen christlichen Festzeiten zu sehen: Epiphanias, Ostern, Pfingsten und Weihnachten. In der übrigen Zeit war er einfach geschlossen, in der Karwoche völlig.

Christus und Maria in HerrlichkeitIn der Mitte des Schreins sehen wir Christus und Maria als das erhöhte Königspaar, beide in den Farben rot, blau und gold. Rot und blau sind die Farben für Erde und Himmel, gold ist Ausdruck des Erfolges und Sieges. Schon hier kommt zum Ausdruck, was die Gestaltung der Flügel und die der Predella noch unterstreichen werden: Der erhöhte Herr, Jesus Christus, herrscht über Himmel und Erde. Seine linke Hand ruht auf einer Kugel: der Erde.

Die Zuordnung Marias zu ihm (Größe und Kronen gleich) geht auf die Verehrung Marias als heilige Gottesmutter zurück. Der Altar ist älter als die Reformation.

WeltenrichterUnter dem erhöhten Königspaar in der Mitte des Schreins ist Christus als der Weltrichter dargestellt, der seine Hände segnend über die Gemeinde hält, in seinen Händen sind die Wundmale sichtbar, zu seinen beiden Seiten: Maria und Johannes, als Fürsprecher für uns, die wir einst vor ihm offenbar werden sollen.

Rechts und links des Schreins sind insgesamt 40 Figuren angeordnet. Darunter sind einige der Apostel und Jünger Jesu, Bischöfe, Märtyrer und Märtyrerinnen der ersten nachchristlichen Jahrhunderte bis hin zum jüngsten aus diesem Ensemble: dem Bischof Vincentius (oben rechts neben Christus). Bild 7 Er lebte zur Zeit des Gegenpapsttums im 14./15. Jahrhundert und starb im Jahre 1419. Hier ist ein unterer Entstehungszeitpunkt für den Altar benannt; bis zu seiner Heiligsprechung verging einige Zeit, die Reformation ist ein oberer Eckwert, so dass mit Recht von der 2. Hälfte des 15. Jahrhunderts als Entstehungszeit auszugehen ist.

Der Rahmen dieser Darstellung erlaubt eine gründliche Betrachtung der einzelnen Figuren nicht.

KreuzigungIn der Predella ist in der Mitte die Kreuzigung zu sehen und zu beiden Seiten je drei Darstellungen der Passion. Aus Größe und Zuordnung von Schrein (Herrlichkeit Gottes) und Seitenflügeln (himmlischer Chor) und Predella (Leiden Gottes) ist die theologische Aussage abzuleiten, die der Altar zum Ausdruck bringt: Der Apostel Paulus schreibt im Römerbrief im 8. Kapitel: „Denn ich halte dafür, dass die Leiden der gegenwärtigen Zeit in keinem Verhältnis stehen zu der künftigen Herrlichkeit, die sich an uns offenbaren wird." 
(Röm. 8,18)
Dieser Satz des Paulus könnte wie eine Überschrift für den Altar gelten.

Die Innenseiten der Altarflügel enthalten 16 gemalte Darstellungen mit Szenen aus dem Alten und Neuen Testament. Dazu kommen 8 Bildnisse alttestamentlicher Propheten.

In Gesamtausdruck und Machart zeigt der Flügelaltar nahe Verwandtschaft zu dem des Güstrower Domes. Und in der Tat könnten beide aus derselben Werkstatt stammen, darüber jedoch ist wenig bekannt.

Das Chorgestühl im Altarraum ist ebenso wie der Flügelaltar in der 2. Hälfte des 15. Jahrhunderts entstanden. Die Perforationen der Rückwände sind an jedem Platz verschieden, ihre Motive sehr reichhaltig.
An den Seitenwänden finden sich biblische (Weinstock und Reben), politische (pommerscher Greif) wie klerikale (Bischof) Motive. Dieses Gestühl war damals den Ratsherren der Stadt als herausgehobener Platz (im Altarraum!) vorbehalten. Die Sitzflächen waren hochgeklappt, auf den großzügigen Armlehnen konnten sie sich stehend mit den Ellenbogen aufstützen. Die Menschen im Kirchenschiff standen! Wenn auch das Aufstützen nicht mehr recht helfen wollte oder die Schmerzen in den Armen unerträglich waren, wurden die Sitzflächen heruntergeklappt und die Herrschaften konnten Platz nehmen -   Misericordias domini, die Barmherzigkeit Gottes wurde so für manchen Ratsherren anschaulich.