4. Das 19. Jahrhundert
und die Orgel
Einer gründlichen Sanierung wurde das
Innere der Kirche in den 60er Jahren des letzten Jahrhunderts
unterzogen. Baumeister und Architekt war dabei kein geringerer als der
Schinkel-Schüler Friedrich August Stüler.
Das gesamte Innere der Kirche trägt
heute seine Handschrift. Er entwarf das Gestühl, die Kanzel, setzte den
Marmortaufstein auf seinen Platz im Altarraum und verputzte die Wände
und die Säulen der Kirche. Zwei baufällige Seitenemporen an der Südwand
hat er dabei entfernt. Sein Ziel ist gewesen, eine große Harmonisierung
in das Innere der Kirche zu tragen. Die aufgemalten Steine und Muster
sind so regelmäßig, wie sie sich im Original niemals ergeben würden.
Große Ähnlichkeiten zum Beispiel mit der St. Bartholomäi - Kirche in
Demmin oder der Kirche in Barth rühren daher, dass Stüler auch in
diesen Kirchen tätig gewesen ist.
Die Orgel wurde Anfang des 19.
Jahrhunderts von dem Orgelbaumeister Buchholz aus Berlin gebaut. Am 25.
Oktober 1812 wurde sie feierlich eingeweiht
.
Im Zuge der Renovierung des Kirchinneren von 1863 - 1865 wurde sie im größeren
Stil vom dem Orgelbaumeister Barnim v. Grüneberg aus Stettin umgebaut.
Die Blasebälge wurden in den Turm verlegt, 23 Register wurden auf 31
erweitert und klanglich verbessert, die Pfeifen des Oberwerks wurden in
einen Schwellkasten gesetzt, die Orgel erhielt ihr neugotisches Gehäuse.
Am 28. März 1865 weihte Generalsuperintendent Dr. Jaspis Kirche und
Orgel in einem Festgottesdienst ein. Im Jahre 1928 bekam die Orgel ein
elektrisches Gebläse, 1930 und 1932 durch Umbau ein neues Register.
Auch diese Arbeiten wurden von Grüneberg vorgenommen.
Im Jahre 1962 unternahm Orgelbaufirma
Eule/Bautzen einen erneuten Registerumbau sowie eine umfassende
Generalsanierung.
Heute - fast 40 Jahre später - stehen
wir erneut vor einer gründlichen Sanierung der Orgel, die zwar nach wie
vor ihren liturgischen wie konzertanten Dienst leistet, aber doch
dringend der Pflege und Wartung bedarf.